18.08.2026
Das Land um Erlaubnis bitten
Seit über zwanzig Jahren widme ich mich in meiner Forschung Flüssen, Bergen und heiligen Stätten in Guatemala, Ecuador, Kolumbien und Nepal. Dabei gehe ich der Frage nach, was sich verändert, wenn wir diese Orte nicht als Kulisse für menschliche Aktivitäten betrachten, sondern als lebendige Akteure. Gemeinsam mit indigenen und nicht-indigenen Filmemacher*innen habe ich kürzlich im Rahmen des vom Europäischen Forschungsrat geförderten Projektes „RIVERS – Human Rights Beyond the Human?“ zwei Dokumentarfilme mitgestaltet. In ihnen wird untersucht, wie sich rechtliche und ethische Fragen verschieben, sobald Land als Akteur und nicht mehr nur als natürlich Ressource betrachtet wird. Als Klaus Töpfer Sustainability Fellow 2026 am RIFS setze ich diese Erfahrungen nun in praktische ethische Leitlinien um, die zeigen, wie Forschende und Künstler*innen verantwortungsvoller zusammenarbeiten können. Ausgangspunkt ist eine ganz konkrete Frage: Wie bittet man das lebendige Land selbst um Erlaubnis?