Vom Workshop zur Gemeinschaft: Die „Sharing-Ausstellung“ in Unjárga/Nesseby
28.07.2026
Unser Forschungsinteresse galt der Frage, wie sich Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels auf das Leben junger Menschen in der Küstenregion der Finnmark auswirken. Zu diesem Zweck bezogen wir die Teilnehmenden in einen ko-kreativen Prozess ein, um eine multimodale Ausstellung zu gestalten, die ihre Visionen für umweltpolitische Entscheidungsfindung und die Zukunft widerspiegelt. Dies wurde durch Workshops in Unjárga/Nesseby und Bearalváhkki/Berlevåg in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern lokaler Jugendclubs und der Gemeinden ermöglicht. Diese Veranstaltungen boten jungen Menschen einen Raum, um über ihre persönlichen Ziele und ihre Hoffnungen für die Zukunft ihrer Gemeinden nachzudenken.
In den Workshops zeigte sich, wie wichtig die Beziehung zum Land, zur Gemeinschaft, zu Traditionen sowie zur samischen Kultur und ihren Bräuchen für ein gutes Leben ist. In Zeiten der Unsicherheit, bedingt durch den Klimawandel und seine Folgen, standen die Themen Identität, Zugehörigkeit und Wohlbefinden im Vordergrund. Die Diskussionen drehten sich auch um den widersprüchlichen Wunsch der Teilnehmenden, weiterhin in ihren Gemeinden zu leben, diese aber auch zu verlassen, um Erfahrungen zu sammeln und Chancen für die persönliche und berufliche Entwicklung zu nutzen. Wir haben diese Ergebnisse zusammengefasst in den Berichten „Exploring Young People's Future Visions – Fieldwork in Várjjat“ und „Exploring Young People's visions of the future in Bearalváhkki/Berlevåg“.
Um ein breiteres Publikum zu erreichen, wurden die Ergebnisse des Workshops in zwei unterschiedlichen Formaten präsentiert. In Bearalváhkki/Berlevåg wurde im örtlichen Jugendclub eine thematische Illustration installiert, um einen kontinuierlichen Dialog unter den Jugendlichen im Alter von elf bis 18 Jahren über ihre Visionen und Hoffnungen für die Zukunft ihrer Gemeinde anzuregen. In Unjárga/Nesseby wurden die Erkenntnisse hingegen im Rahmen einer Ausstellung präsentiert, in der eine kuratierte Sammlung von Mindmaps, Zeichnungen und Fotografien der Teilnehmenden sowie ein Roll-up-Banner zu sehen waren, das die Kernthemen ihrer Diskussionen zusammenfasste.
Die Teilnehmenden der beiden Workshops wollten ihre Gespräche einem breiteren Publikum zugänglich machen und baten die Moderatorinnen und Moderatoren, aus den gesammelten Bildern eine Fotocollage zu erstellen, die ihre Beziehungen zum Land, zur Familie und zur Gemeinschaft widerspiegelt. Daraufhin organisierte das Team des Arbeitspakets 4 eine Präsentationsveranstaltung, bei der alle während des Workshops entstandenen Materialien der Gemeinschaft präsentiert wurden. Parallel dazu wurde das lokale Grafikdesign-Unternehmen Árvu damit beauftragt, eine Illustration zu erstellen, die die Schlüsselthemen der Diskussionen einfing.
Die Sharing-Ausstellung
Die Ausstellung und die damit verbundene Veranstaltung fanden am 24. Juni 2026 in der Bibliothek in Vuonnabahta/Varangerbotn in Unjárga statt. Die Veranstaltung begann mit einer Einführung in das BIRGEJUPMI-Projekt. Anschließend wurden die während der Workshops entstandenen visuellen Materialien sowie die von Árvu entwickelten Roll-up-Poster präsentiert.
Ergänzt wurde die Präsentation durch ein offenes Gespräch zwischen den Workshop-Moderierenden und den Besucherinnen und Besuchern, bei dem die Workshop-Ergebnisse sowie die während des gesamten Prozesses gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse im Mittelpunkt standen; den Abschluss bildete ein offener Austausch über mögliche zukünftige Ausrichtungen des Projekts.
Die „Sharing-Ausstellung“ war so konzipiert, dass sie die Kernziele des Arbeitspakets widerspiegelte: Räume für den Jugendaustausch zu schaffen, Ergebnisse mit der breiteren Öffentlichkeit zu teilen und kollektive Reflexion durch partizipative und visuelle Formate zu ermöglichen. Anstatt als konventionelle Ausstellung zu fungieren, bei der die einseitige Präsentation von Ergebnissen im Vordergrund steht, war die Veranstaltung als Raum für Dialog strukturiert, wobei visuelle Materialien als Ansatzpunkte für Gespräche und gemeinsame Reflexion dienten. Im Einklang mit den Prinzipien der partizipativen handlungsorientierten Forschung und in Anlehnung an Bjerregaards Konzept der Ausstellung als Forschung wurde der Wissensaustausch als relationaler Prozess betrachtet, der durch Interaktion und Dialog stattfindet.
In diesem Rahmen wurden die Teilnehmenden Teil des Gesprächs und trugen dazu bei, die Ergebnisse der Workshops zu interpretieren. Wir entschieden uns für eine organische Diskussion anstelle formeller Feedback-Mechanismen, was Reflexion in Echtzeit und einen sinnvollen Austausch ermöglichte. Anstatt lediglich die Ergebnisse der Workshops zu präsentieren, förderte die Ausstellung einen gemeinschaftlichen Dialog.
Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten, verbleiben die Ausstellungsmaterialien gemäß der Vereinbarung mit unseren lokalen Partnern in den jeweiligen Gemeinden. Die Unjárga-Sammlung wird in der Stadtbibliothek aufbewahrt, während das Bearalváhkki/Berlevåg-Roll-up im örtlichen Jugendclub ausgestellt wird.
