Arktisforschung neuDENKEN: Beziehungen, Ethik, und Methoden
Klimatische und ökologische Veränderungen in der Arktis haben globale Auswirkungen – Meeresspiegel, Ozeanzirkulation, Wetterverhältnisse und Ökosysteme auf der ganzen Welt hängen von einer intakten Umwelt im zirkumpolaren Norden ab. Die rasante Erwärmung der Region sowie wirtschaftliche und politische Interessen sind deshalb Antrieb für ein breites Spektrum an Forschungsaktivitäten.
Für die vier Millionen Bewohner*innen der Arktis ist Forschung jedoch nicht immer von Vorteil gewesen. Insbesondere die indigene Bevölkerung und ihr Wissen wurden im Zuge wissenschaftlicher Forschung oft missachtet und ausgenutzt. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass die komplexen Herausforderungen, die Mensch und Natur in der Arktis und darüber hinaus gegenüberstehen, am besten bewältigt werden können, indem Wissenssysteme miteinander verbunden und indigene Expertise mit westlichen Wissenschaften zusammengeführt werden.
Die Forschungsgruppe "Arktisforschung neuDENKEN" entwickelt und erforscht Räume der Beteiligung, methodische Rahmenbedingungen und Evaluierungsprozesse, die ethische und gerechte Forschungsbeziehungen über Wissenssysteme hinweg ermöglichen, mit Fokus auf den zirkumpolaren Norden. Unter Anwendung ko-kreativer Ansätze in Zusammenarbeit mit indigenen Partner*innen strebt die Gruppe danach, Forschung zu betreiben, die relevant und nützlich ist und auf den Erfahrungen der beteiligten Bevölkerungsgruppen basiert.
Von besonderem Interesse sind unterschiedliche konzeptionelle Auffassungen von ko-kreativer Wissensschaffung und Transdisziplinarität und deren Umsetzung in die Praxis. Die Forschungsgruppe möchte zu dekolonialen Ansätzen beitragen, die die Koexistenz und Gegenseitigkeit unterschiedlicher Wissensformen fördern. Die Forschungsgruppe nutzt Multimodalität in ihrer Feldforschung, Analyse und in der Kommunikation ihrer Ergebnisse und setzt dabei eine Vielzahl von Medien, Forschungsmethoden, Infrastrukturen und Ansätzen in ihren Projekten ein.







