Geopolitik, Dekarbonisierung und "Weaponization of Energy"
Dauer
Während die Dekarbonisierung die globalen Energiesysteme verändert, entstehen neue, asymmetrische Abhängigkeiten entlang grenzüberschreitender Strom- und Wasserstoffnetze, grüner Wertschöpfungsketten sowie der Lieferketten für kritische Mineralien und saubere Technologien. Vor diesem Hintergrund untersucht das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt „Geopolitik, Dekarbonisierung und ‚Weaponization of Energy‘“ die geopolitischen Risiken internationaler Abhängigkeiten im Energiesektor und entwickelt konkrete Strategien, um die Resilienz der deutschen Energiewende zu stärken.
Hintergrund
Geopolitisch motivierte Unterbrechungen der Öl- und Gasversorgung, Pipelines, die gezielt so verlegt werden, dass Transitstaaten umgangen werden, sowie Störungen an kritischen Schifffahrtsengpässen sind bekannte Beispiele dafür, wie asymmetrische Abhängigkeiten im fossilen Energiesektor für politische Zwecke instrumentalisiert werden können. Mit der Dekarbonisierung der Energie- und Industriesysteme verändert sich diese Landschaft. Einerseits trägt die Verringerung der Abhängigkeit von importierten Kohlenwasserstoffen dazu bei, Energiesysteme sicherer und resilienter zu machen. Andererseits bringt die Energiewende eigene Schwachstellen mit sich. Diese entstehen entlang der Lieferketten für saubere Technologien – vom Abbau und der Raffination kritischer Mineralien bis zur Herstellung und zum Export fertiger Technologien – sowie in kritischen Infrastrukturen wie grenzüberschreitenden Stromnetzen und geplanten Wasserstoffnetzen. Die Datenströme, die durch zunehmend elektrifizierte und digitalisierte Energiesysteme erzeugt werden, sowie die zu ihrer Verarbeitung und Analyse erforderlichen Technologien bergen weitere Risiken, die ebenfalls für politische Zwecke ausgenutzt werden können.
Über das Projekt
Das Projekt „Geopolitik, Dekarbonisierung und die Instrumentalisierung von Energie“ untersucht diese Veränderungen systematisch. Gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entwickeln die Forschenden einen Rahmen zur Erfassung von Risiken über ausgewählte Energieträger und Technologien hinweg. Diesen wenden sie dann in Fallstudien zu den Vereinigten Staaten, China und den arabischen Golfstaaten an. Dabei untersuchen sie, wie Schlüsselakteure asymmetrische Abhängigkeiten im sich wandelnden Energiesektor in politischen Einfluss übersetzen. Auf dieser Grundlage werden die Risiken für Deutschland und die Europäische Union bewertet und ein Instrumentarium aus kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen entwickelt, um diese Risiken zu mindern. Die Projektergebnisse werden in wissenschaftlichen und politikorientierten Publikationen veröffentlicht und mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutiert.




