Forschungsinstitut für
Nachhaltigkeit | am GFZ

Maßnahmen zur Bekämpfung von Abfällen in Flüssen und Meeren: Lösungen für eine saubere Ostsee und Nordsee

Dauer

bis

Ben Boteler

Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Ausgediente Boote, die einfach zurückgelassen werden, sind eine der Ursachen der zunehmenden Meeresverschmutzung.
Ausgediente Boote, die einfach zurückgelassen werden, sind eine der Ursachen der zunehmenden Meeresverschmutzung.

Tools4CleanBANOS leistet einen Beitrag zu den Zielen des Europäischen Green Deals und der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters by 2030“, den Plastikmüll in der Meeresumwelt – einschließlich der Ostsee und der Nordsee – um 50 Prozent und die Verschmutzung durch Mikroplastik um 30 Prozent zu reduzieren. Das Projekt wird eine digitale „Knowledge-to-Action“-Toolbox entwickeln, die gemeinsam mit wichtigen Interessengruppen und Endnutzenden konzipiert, entwickelt, bewertet und getestet wird. Dieses Instrument soll Behörden dabei unterstützen, politische Ziele auf EU-, nationaler und lokaler Ebene umzusetzen, und es ihnen ermöglichen, geeignete Lösungen zur Bewältigung der Herausforderungen durch Plastikverschmutzung zu identifizieren, auszuwählen und umzusetzen.

Die „Knowledge-to-Action“-Toolbox wird dabei helfen, Quellen und Verbreitungswege von Abfällen, Möglichkeiten zur Sammlung und Vermeidung sowie Überlegungen zu technischen Anforderungen und ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen zu identifizieren.

Das im Rahmen von „Horizon Europe“ geförderte und vom VLIZ – Flanders Marine Institute koordinierte Projekt bringt in den nächsten vier Jahren 20 Partner in einem Konsortium zusammen.

Ziel

  • Beitrag zur EU-Mission "Restore our Oceans and Waters by 2030" durch eine „Knowledge-to-Action“-Toolbox, die umweltverträgliche Lösungen für die Vermeidung, Erkennung und Beseitigung von Meeresmüll und Plastikverschmutzung in Gebieten bietet, bevor Müll und Plastik in Meere und Ozeane gelangen können.
  • Bereitstellung praktischer Optionen für Behörden zur Identifizierung und Analyse von Vermüllungs-Hotspots und Problemgebieten, um relevante Managementlösungen umzusetzen und Meeresmüll sowie Plastikverschmutzung zu verringern.
  • Ermöglichung eines breiten und einfachen Zugangs zur „Knowledge-to-Action“-Toolbox sowie die Übernahme ihrer Lösungen durch Behörden und andere relevante Akteure in Europa – durch einen starken Beteiligungsansatz für Bürger und Interessengruppen, eine gezielte Verbreitungs- und Kommunikationsstrategie sowie einen ambitionierten Verwertungsplan einschließlich finanzieller Unterstützung für Dritte.

Ko-Design der „Knowledge-to-Action“-Toolbox

Die Toolbox wird in fünf Fallstudien entwickelt und getestet, wobei sich jede auf eine andere Art der Plastikverschmutzung konzentriert. In Kiel nehmen die Forschungspartner verlorene und weggeworfene Fischereiausrüstung in den Blick. In Riga geht es um Zigarettenkippen an Stränden. Rotterdam arbeitet daran, Plastik im gesamten Flussdelta zu reduzieren, während Oslo sich mit Mikroplastik befasst, das von Autoreifen freigesetzt wird und sich im Schnee ansammelt. Der fünfte Fall in Portsmouth konzentriert sich auf ausgediente Boote, die in der Meeresumwelt entsorgt wurden. Andere Regionen können sich im Rahmen desselben Projekts um Fördermittel bewerben, um diese Lösungen zu übernehmen.

RIFS leitet die Arbeit an der gemeinsamen Entwicklung der „Tools4CleanBANOS“-Toolbox, die Wissen in Maßnahmen umsetzt. Diese Arbeit zielt darauf ab, die Toolbox in der EU-Politik zu verankern und sicherzustellen, dass die aus der Toolbox abgeleiteten politischen Empfehlungen und Lösungen den Fortschritt bei der Erreichung der politischen Ziele zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung durch Plastik untermauern. Darüber hinaus werden RIFS-Forschende die gemeinsame Gestaltung der Toolbox mit politischen Entscheidungsträgern und wichtigen Akteuren aus nationalen und EU-weiten Gremien und Organisationen begleiten und so dazu beitragen, eine Toolbox zu entwickeln, die darauf ausgelegt ist, reale Probleme mit praktischen und umsetzbaren Managementlösungen anzugehen.

Letztendlich zielen die gemeinsamen Gestaltungsbemühungen darauf ab, sicherzustellen, dass die Toolbox effektiv ist und den Anforderungen der Interessengruppen entspricht. Zudem wird die Nutzung der Toolbox über die Projektlaufzeit hinaus gefördert, indem eine Community rund um ihre Anwendung aufgebaut wird.

Gehört zur Forschungsgruppe

Team

Ben Boteler

Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wissenschaftlicher Projektleiter

Dr. Barbara Neumann

Forschungsgruppenleiterin
Forschungsgruppenleiterin

Prof. Dr. Mark Lawrence

Wissenschaftlicher Direktor
Wissenschaftlicher Direktor

Partners

Vlaams Instituut voor de Zee (VLIZ)
AKTiiVs (AKTiiVs)
Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
Ecologic Institut gemeinnützige GmbH
Imperial College of Science, Technology and Medicine
Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN)
K2 Solutions (K2)
Latvijas Hidroekoloģijas institūts (LHEI)
MoboConsult (Mobo)
Norwegian Institute for Water Research (NIVA)
Noria BV (Noria)
RandBee Consultants (RandBee)
Seamoht LTD (Seamoht)
Submariner Network for Blue Growth (Submariner)
University College Cork (UCC)
Flemish Institute for Technological Research (VITO)
Venice Lagoon Plastic Free (Lagoon)
Wageningen University & Research
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