LINK Urban Digital Twinning (LINK UDT)
Dauer
Hitzestress, Starkregen und Trockenperioden erhöhen den Druck auf Kommunen, schnell und koordiniert zu handeln. Gleichzeitig wächst der Anspruch, dass digitale Lösungen in der Planung verlässlich, anschlussfähig und sicher sind – gerade wenn viele Datenquellen zusammengeführt werden müssen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das Flagship-Programm „Planungsbeschleunigung für die Klimaanpassung mit Urbanen Digitalen Zwillingen“: Klimaanpassung soll in Regional- sowie kommunaler Bauleit- und Landschaftsplanung besser und schneller berücksichtigt werden – ohne Planungsprozesse zu verlangsamen.
Mit dem Begleitforschungs- und Koordinierungsvorhaben „LINK Urban Digital Twinning – Koordination und Kollaborationsplattformen für die synergetische Konzeption, Entwicklung, Interoperabilität und Digitale Souveränität Urbaner Digitaler Zwillinge (LINK UDT)” entsteht dafür die zentrale Klammer des Programms: LINK UDT vernetzt die Reallabore, bündelt Erkenntnisse und unterstützt gemeinsame Vorgehensweisen für Daten, Werkzeuge und Transfer in die Praxis.
Die begleiteten Reallabore: Sieben Metropolregionen in Deutschland
LINK UDT begleitet folgende sieben urbane Reallabore im Programm:
- EKLPIS3plus1 – Effizient und klimaresilient Planen mit drei städtischen digitalen Zwillingen in einer Region (Praxispartner: Stadt Wuppertal, Stadt Solingen, Stadt Remscheid) – Koordination: Stadt Wuppertal
- CO2OL_ISLANDS – Cooling and CO2 Optimization for Urban Landscapes with Intuitive Software for Local Administrations Integrating Network Design and Subsurface Systems (Praxispartner: Bezirk Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf) – Koordination: Universität der Künste Berlin, Institut für Architektur und Städtebau
- KIB-UDZ – Entwicklung eines KI-beschleunigten Tools zur Bewertung von Starkniederschlags- und Hitzeanpassungsmaßnahmen in Urbanen Digitalen Zwillingen (Praxispartner: Stadt Speyer) – Koordination: Deutscher Wetterdienst
- adapTWIN – Sicherstellung beschleunigter Planungsprozesse durch Digitale Zwillinge zur Berücksichtigung urbaner Klimafolgenanpassung mit dem Schwerpunkt Grüne und Blaue Infrastruktur (Praxispartner: Stadt Essen) – Koordination: Stadt Essen
- MACSpeeDZ – Planungsbeschleunigung für die Klimaanpassung mit Urbanen Digitalen Zwillingen (Praxispartner: Stadt Mannheim, Stadt Aachen) – Koordination: Stadt Mannheim
- VeloCityAdapt – Adaptive multimodale Systeme zur Koordinations- und Entscheidungsunterstützung in der inter- und intrakommunalen Klimafolgenanpassung (Praxispartner: Stadt Bad Berleburg, Stadt Hagen) – Koordination: FernUniversität in Hagen. Das RIFS ist hieran beteiligt.
- CoKlip – , Verbund: Stadt Leipzig (Referat Digitale Stadt), UFZ, InfAI e. V., TROPOS – Koordination: Stadt Leipzig.
Die Förderlinie setzt auf Reallabore als „Werkstätten der Praxis“: In sieben kommunalen Verbünden wird nicht im Labor, sondern im laufenden Planungsalltag erprobt, wie sich Klimaanpassung schneller und belastbarer vorbereiten lässt – vom Umgang mit Hitzeinseln, Dürre und Starkregen bis zu konkreten Maßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung oder Wasserrückhalt. Urbane Digitale Zwillinge dienen dabei als virtuelles Abbild der Stadt oder Region und machen Planungsvarianten als „Was-wäre-wenn?“-Szenarien vergleichbar. Ziel der Fördermaßnahme ist, Klimaanpassung besser und schneller in der Regionalplanung sowie der kommunalen Bauleit- und Landschaftsplanung zu verankern – ohne die Verfahren zu verzögern, sondern im Gegenteil: fundierter und schneller zu machen. Dafür sollen einfach handhabbare, in bestehende kommunale Dateninfrastrukturen integrierbare Softwarelösungen entstehen, die Klima-, Umwelt- und Fernerkundungsdaten sowie Klimaszenarien praxistauglich nutzbar machen.
LINK UDT: Vernetzung, Wissenstransfer und gemeinsame Grundlagen
Das Forschungskonsortium LINK UDT baut unter der Führung des RIFS eine gemeinsame Wissensbasis auf, organisiert Austausch- und Arbeitsformate und unterstützt die Reallabore dabei, praxistaugliche Lösungen kompatibel und übertragbar zu machen – von der Datenintegration bis zur langfristigen Nutzung in kommunalen Strukturen.
LINK UDT sorgt dafür, dass aus sieben Einzelprojekten ein gemeinsamer Lern- und Umsetzungsschub wird: Das Vorhaben baut eine gemeinsame Wissensbasis auf, macht Ergebnisse vergleichbar und hilft, Lösungen so zu entwickeln, dass sie auch in anderen Kommunen nutzbar werden. Konkret heißt das: LINK UDT stärkt die Zusammenarbeit über gemeinsame technische und organisatorische Leitplanken, fördert offen nachnutzbare Software-Bausteine durch gemeinsame Entwicklungsräume (Repositorien, Communities) und erstellt frei verfügbare Schulungsmaterialien (Open Educational Resources), damit Know-how nicht in Projektordnern verschwindet, sondern in Verwaltungen ankommt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, dass Daten und Anwendungen zusammenpassen (Interoperabilität) und dass Kommunen langfristig handlungsfähig und unabhängig bleiben (digitale Souveränität, Datenschutz, Datenportabilität). Dazu organisiert LINK UDT Austauschformate (Workshops, Foren, Konferenzen), betreibt Dialog- und Transferkanäle und bindet die Arbeiten an relevante Dateninfrastrukturen an (z. B. GDI-DE, NFDI4Earth).
Rolle des RIFS in LINK UDT: Steuerung, Begleitung der Reallabore und Transfer in die Praxis
Im Begleitforschungs- und Koordinierungsvorhaben LINK UDT übernimmt das RIFS die Konsortialführung und damit die zentrale Schnittstellenrolle zwischen Reallaboren, Verbundpartnern und Projektträger. Konkret verantwortet das RIFS die Projektkoordination und -steuerung, organisiert Arbeits- und Verbundtreffen und etabliert einen Leitungskreis für die strategische Abstimmung im Programm. Gleichzeitig führt das RIFS die laufende Analyse, Begleitung und Beratung der Reallabore: In Dialogen, Dokumentenanalysen, Interviews und durch teilnehmende Beobachtung werden Bedarfe früh erkannt, Hürden sichtbar gemacht und Transferchancen systematisch herausgearbeitet – damit aus lokalen Lösungen schneller übertragbare Ansätze für andere Kommunen entstehen.

