Forschungsinstitut für
Nachhaltigkeit | am GFZ

Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation: Konzept und Methodik

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation (SNB) untersucht, wie Bürgerinnen und Bürger auf den nachhaltigen Wandel in Deutschland blicken. Im Mittelpunkt stehen Einstellungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit der Energie-, Verkehrs- und Wärmewende als zentrale Bereiche der Nachhaltigkeitstransformation. Anhand der geschaffenen empirischen Grundlage für die systematische Analyse der transformationsrelevanten Perspektiven, Erwartungen und Sorgen der Bevölkerung und dem Offenlegen von Veränderungen im Zeitverlauf, beantwortet es die Frage, inwieweit die Transformation aus Bürgerinnen- und Bürgersicht sozial nachhaltig ist. Das zugrundeliegende Konzept sozialer Nachhaltigkeit wird verstanden als Leitbild für die Gestaltung von Transformationsprozessen. Nachhaltigkeit bezeichnet dabei nicht allein das angestrebte Ergebnis einer Transformation, etwa ein klimaneutrales Energiesystem, sondern auch die Frage, wie dieser Wandel gestaltet wird. Das Leitbild orientiert sich an grundlegenden gesellschaftlichen Werten wie Gerechtigkeit, Teilhabe, Solidarität und der Sicherung guter Lebensbedingungen. Dabei ist die subjektive Wahrnehmung der Bevölkerung von zentraler Bedeutung, da Einstellungen, Erwartungen, Sorgen und Akzeptanz ebenso wie die Wahrnehmung von Fairness und Beteiligungsmöglichkeiten unmittelbar nur über die Perspektive der Betroffenen erfasst werden können. Für soziale Nachhaltigkeit im SNB sind fünf miteinander verbundene Dimensionen konstituierend: Akzeptanz, prozedurale Beteiligung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, sozioökonomische Gerechtigkeit sowie Umweltqualität und Wohlbefinden. Jede Dimension wird über vier Indikatoren abgebildet. Die Dimensionen sind konzeptuell ausdifferenziert, stehen empirisch jedoch in engem Zusammenhang. So können etwa Beteiligungsmöglichkeiten und wahrgenommene Gerechtigkeit nicht nur eigenständige Merkmale sozialer Nachhaltigkeit sein, sondern zugleich die Legitimität und Akzeptanz der Transformation stärken. Methodisch basiert das SNB auf einer jährlich wiederholten Online-Panelbefragung. Das aktuelle Erhebungsdesign knüpft an die früheren Wellen des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers aus den Jahren 2017–2019 und 2021–2023 an und ermöglicht damit sowohl langfristige Vergleiche als auch die Untersuchung aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen. Das Instrument kombiniert wiederkehrende Monitoring -Fragen mit variablen Fragen, die jeweils aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten aufgreifen. Insgesamt verbindet das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer damit ein theoretisch begründetes Konzept sozialer Nachhaltigkeit mit einer langfristig angelegten empirischen Beobachtung der Bevölkerungsperspektive. Es ermöglicht, nicht nur zu untersuchen, ob die Transformation gesellschaftlich unterstützt wird, sondern auch, unter welchen Bedingungen sie als gerecht, beteiligungsorientiert, legitim, sozial eingebettet und mit einer hohen Lebensqualität vereinbar wahrgenommen wird. Die Kombination aus wiederholter Panelbefragung, Monitoring und thematisch variablen Modulen schafft dabei die Grundlage, sowohl langfristige Entwicklungen als auch aktuelle Dynamiken der nachhaltigen Transformation in Deutschland abzubilden.

Publikationsjahr

2026

Publikationstyp

Zitation

Ebersbach, B., Huttarsch, J.-H., & Körfer, M. (2026). Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation: Konzept und Methodik. RIFS Study, August 2026.

DOI

10.48481/rifs.2026.024
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