Forschungsinstitut für
Nachhaltigkeit | am GFZ

Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation

Dauer

bis

Dr. Franziska Mey

Forschungsgruppenleiterin
Gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend für die Nachhaltigkeitstransformation.
Gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend für die Nachhaltigkeitstransformation.

Als gesellschaftliches Großprojekt erfordert die Nachhaltigkeitstransformation breite gesellschaftliche Unterstützung und aktive Mitwirkung der Bevölkerung. Insbesondere die Umgestaltung unserer Energieversorgung und -nutzung stellt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft dar. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland bewertet den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung und misst dem Klimaschutz eine hohe Bedeutung bei. Tatsächlich wird die Energiewende für jeden Einzelnen jedoch zunehmend spürbar und Studien heben verstärkte gesellschaftliche Spannungen und lokale Konflikte hervor. Die Bedenken hinsichtlich sozial disruptiver Maßnahmen sowie der notwendigerweise beschleunigten Dynamik des Veränderungsprozesses nehmen zu. Es ist daher wichtiger denn je zu verstehen, wie die Transformation gesellschaftlich akzeptiert und nachvollziehbar gestaltet werden kann. Genau hier setzt das Projekt des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Transformation an.

Seit 2017 wird am RIFS eine empirisch fundierte Wissensgrundlage erstellt, um Einstellungen, Empfindungen und Erfahrungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen detailliert zu erfassen. Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation hilft dabei, Herausforderungen, Risiken und Chancen dieses Veränderungsprozesses ausreichend zu verstehen, um entsprechende Weichen stellen zu können. Denn bei der Gestaltung politischer Maßnahmen für den nachhaltigen Wandel darf das gesellschaftliche Umfeld, in dem diese Lösungen durch- und umgesetzt werden sollen, nicht außer Acht gelassen werden. Das gilt umso mehr, da die notwendigen Veränderungen immer tiefer in den Alltag der Menschen eingreifen und dort auf jahrelange Gewohnheiten, etablierte Denkweisen und fundamentale Bedürfnisse treffen. Ambitionierte und mehrheitsfähige Lösungen für die Transformation können leichter gefunden werden, wenn der gesellschaftliche Kontext, in dem diese umgesetzt werden sollen, verstanden wird. Das Projekt liefert daher ein umfassendes empirisches Lagebild des gesellschaftlichen Blickes auf die Nachhaltigkeitstransformation in Deutschland.

Mit dem Monitoring der gesellschaftlichen Akzeptanz für die Nachhaltigkeitstransformation verfolgt das Projekt das Ziel, in gesellschaftlich und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten mehrheitsfähige Politikansätze zur Gestaltung einer nachhaltigen und teilhabeorientierten Zukunft der Energiewende zu identifizieren. Dazu werden die Einstellungen, Erwartungen und Bewertungen der Bevölkerung in Deutschland im Kontext der Nachhaltigkeitstransformation systematisch und detailliert untersucht. Ziel der Forschenden ist es, zu verstehen, welche Maßnahmen auf Zustimmung oder Ablehnung treffen und welche Kompromisse realistisch vermittelbar und für die Befragten tragbar sind.

Mit dem Barometer zeigen die Forschenden zentrale Handlungsfelder für eine sozial nachhaltige Energiewende auf. Sie identifizieren Fortschritte und Rückschritte und analysieren die damit zusammenhängenden politischen oder gesellschaftlichen Handlungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten.

Wie unsere Gesellschaft auf den nachhaltigen Wandel blickt

Gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung führt das RIFS im Rahmen eines dreijährigen Projekts jährliche Befragung zu Einstellungen, Vorbehalten und Erwartungen der deutschen Bevölkerung im Kontext der Nachhaltigkeitstransformation durch. Im Längsschnitt werden sowohl übergeordnete Einstellungen zur Nachhaltigkeitstransformation als auch die Zustimmung zu spezifischen politischen Reformmaßnahmen erfasst. Die umfangreiche Erhebung soziodemografischer, psychologischer und verhaltensbezogener Merkmale sowie allgemeiner Einstellungen etwa zu Demokratie und politischem System ermöglicht es, relevante Erklärungsfaktoren der Bewertung des nachhaltigen Wandels zu identifizieren und besser zu verstehen. Zudem sind detaillierte Auswertungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Regionen möglich.

Die bundesweit repräsentative Panelumfrage baut dabei auf den Vorarbeiten des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Jahre 2017-2019 und 2021-2023 auf. Sie liefert damit einen facettenreichen Einblick, ob der Wandel aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sozial nachhaltig ist und wie sich diese Einstellungen über die Zeit verändern. In einjährigem Abstand werden von 2026 bis 2028 jeweils 6.500 Personen befragt. Das Forschungsteam wird das Instrument passgenau zum aktuellen klima- und wirtschaftspolitischen Diskurs inhaltlich weiterentwickeln. Der Fokus liegt auf den Bereichen Energie-, Verkehrs- und Wärmewende, da gerade hier der nachhaltige Wandel und die entsprechenden politischen Maßnahmen die Menschen in ihrer unmittelbaren Lebensrealität betreffen.

Gehört zur Forschungsgruppe

Team

Dr. Franziska Mey

Forschungsgruppenleiterin
Wissenschaftliche Projektleiterin

Benita Ebersbach

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

M. Sc. Jean-Henri Huttarsch

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Prof. Dr. Doris Fuchs

Wissenschaftliche Direktorin
Wissenschaftliche Direktorin

Partners

Bertelsmann-Stiftung (Bertelsmann)
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