Forschungsinstitut für
Nachhaltigkeit | am GFZ

EE-Standortfinder unterstützt bei der Suche nach geeigneten Flächen für Wind- und Solarenergie

05.10.2026

Wo in Deutschland gibt es gute Voraussetzungen für Windenergieanlagen und Photovoltaik-Freiflächenanlagen? Welche rechtlichen, technischen und ökologischen Aspekte sind zu beachten? Antworten auf solche Fragen liefert der EE-Standortfinder. Die interaktive und frei verfügbare Webanwendung wurde vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ (RIFS) entwickelt. Sie macht auf einer interaktiven Deutschlandkarte potenzielle Standorte und ihre Eignung sichtbar, zeigt mögliche Zielkonflikte auf und informiert über die finanziellen Zuwendungen, welche Gemeinden im Rahmen der nationalen und länderspezifischen Beteiligungsgesetzgebung erhalten können.

RIFS-Forschende mit dem Standortfinder
Der EE-Standortfinder hilft bei der Suche nach geeigneten Flächen für Wind- und Solarenergie und kann so lokale Planungs-, Beratungs- und Beteiligungsprozesse unterstützen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien braucht geeignete Flächen. Doch die Suche nach Standorten ist schwierig, da unterschiedliche Interessen, räumliche Anforderungen und fachliche Belange aufeinandertreffen. „Viele Informationen, die bei einer Standortauswahl eine wichtige Rolle spielen, liegen zwar bereits als räumliche Daten vor. Sie stammen jedoch aus unterschiedlichen Quellen und sind für Personen ohne vertiefte GIS-Kenntnisse häufig nur sehr aufwendig auszuwerten“, sagt Projektleiterin Nora Mittelstädt vom UFZ. Die Webanwendung bereitet die relevanten Informationen so auf, dass Standortpotenziale und mögliche Zielkonflikte frühzeitig sichtbar werden.

Mehr als 60 Bewertungskriterien

So bewertet der EE-Standortfinder auf einer interaktiven Deutschlandkarte mittels einer Farbskala, wie gut potenzielle Standorte für Windenergieanlagen und Photovoltaik-Freiflächen geeignet sind, und fasst die Ergebnisse verständlich zusammen.  Für die Einschätzung werden bei potenziellen Windkraft-Standorten 54 Bewertungskriterien herangezogen. Dazu gehören unter anderem Vegetation, Schutzgebiete, Siedlungs- und Wasserflächen, Verkehrsinfrastruktur sowie Kollisionsrisiken für Brutvögel wie Rotmilan, Uhu und Seeadler. Integriert ist auch der Biodiversitätsflächenindikator des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung, der die Qualität und Vielseitigkeit von Biotoptypen als Lebensraum für verschiedene Arten bewertet.

Das Potenzial der Freiflächen-PV wird anhand von 42 Kriterien bewertet. Dazu gehören nicht nur gängige Kriterien wie etwa Vegetation, Schutzgebietskategorien, Siedlungs- und Wasserflächen oder Verkehrsinfrastruktur, sondern beispielsweise auch eine Abschätzung des ackerbaulichen Ertragspotenzials der Böden und das Potenzial der kommunalen Einnahmen aus den Anlagen im Rahmen der finanziellen Beteiligungsgesetzgebung.

Die Anwendung richtet sich unter anderem an Kommunen, Energieagenturen und Beratungsunternehmen, Akteure der Raum- und Regionalplanung, Anlagenplaner:innen sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Niedrigschwelliger Zugang zu Informationen

Ein großes Potenzial des Standortfinders liegt nicht nur in der Identifizierung geeigneter Flächen, sondern auch darin, eine informierte lokale Auseinandersetzung über mögliche Standorte zu fördern. Franziska Mey, Projektleiterin am RIFS, betont: „Der Standortfinder bietet einen kostenlosen und niedrigschwelligen Zugang zu einer umfangreichen Datengrundlage, die bislang vielfach vor allem Projektentwicklern zur Verfügung steht. Er kann damit dazu beitragen, Informationsasymmetrien abzubauen und damit gerade in kontroversen lokalen Debatten eine sachlichere Auseinandersetzung über mögliche Standorte zu fördern.“

Lukas Meese, Projektmitarbeiter am RIFS, hebt zudem hervor: „Der EE-Standortfinder macht die lokalen wirtschaftlichen Potenziale sichtbar und zeigt unmittelbar auf, welche Zuwendungen einer Gemeinde nach der geltenden Beteiligungsgesetzgebung zufließen könnten.“

Damit schafft das Tool Transparenz bei der Standortwahl und kann zu einer informierten Auseinandersetzung mit dem Ausbau von Wind- und Freiflächensolaranlagen beitragen.

Gefördert wurde das Vorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und durchgeführt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ) und dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ (RIFS).

Kontakt

Dr. Franziska Mey

Forschungsgruppenleiterin
franziska [dot] mey [at] rifs-potsdam [dot] de

Lukas Meese

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
lukas [dot] meese [at] rifs-potsdam [dot] de

Dr. Bianca Schröder

Referentin Presse und Kommunikation
bianca [dot] schroeder [at] rifs-potsdam [dot] de
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