Respiratorischer Schleim als One-Health-Schnittstelle (ONEMUC)
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Das Verbundprojekt „ONEMUC – Respiratorischer Schleim als One-Health-Schnittstelle“ untersucht, wie die Zusammensetzung und Struktur mukosaler Barrieren (Schleim) die zoonotische Übertragung von Influenza-A-Viren zwischen Tieren und Menschen beeinflussen. Ziel ist es, zentrale molekulare und ökologische Faktoren zu identifizieren, die bestimmen, ob Viren an der Schleimbarriere abgefangen oder übertragen werden. ONEMUC leistet damit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis zoonotischer Infektionen sowie zur Entwicklung neuer Strategien für Prävention und Risikobewertung im One-Health-Kontext.
Atemwegserkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Zudem geht von Viren, die die Atemwege befallen, ein besonders hohes Risiko für eine pandemische Ausbreitung aus. Daher stehen bei der Pandemieprävention vor allem Influenza-A-Viren (IAV) im Fokus, weil sie regelmäßig zwischen verschiedenen Tierarten übertragen werden.
Mukusbarriere nur unzureichend untersucht
Bei Untersuchungen zum Wirtstropismus eines viralen Erregers – also der Frage, welche Wirte bereits infiziert werden können – wird die Mukusbarriere oft ausgelassen. Diese Lücke soll das Projekt ONEMUC schließen. Ziel ist es, den Mukus als Schnittstelle zu untersuchen, um Risikofaktoren für eine Virusübertragung auf verschiedene Spezies besser einschätzen zu können. Dadurch kann das pandemische Potenzial neu auftretender IAV-Stämme schneller bewertet werden.
Im Sinne des One-Health-Ansatzes, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt gemeinsam betrachtet, bezieht ONEMUC auch Umweltfaktoren in die Untersuchungen ein. Pollen, Staub und Abgase, die wir einatmen, können die Atemwege reizen und die Zusammensetzung des Schleims in den Atemwegen beeinträchtigen. Dies kann sich wiederum auf die Stabilität und Infektiosität der Viren auswirken. Die Forschenden werden das komplexe Zusammenspiel zwischen Luftschadstoffen, Feinstaub und Mukus untersuchen und analysieren, wie diese Faktoren die Übertragung von Influenza-A-Viren modulieren.
RIFS-Forschende messen Umweltexposition mit Sensoren
Im Projekt ONEMUC werden individuelle Umweltbelastungen mithilfe tragbarer Sensoren erfasst und mit Eigenschaften des respiratorischen Schleims verknüpft. Die anonymisierten Daten werden qualitätsgesichert ausgewertet, um Expositionsprofile zu erstellen und den Einfluss von Luftschadstoffen auf die Mukusbarriere und die mögliche Übertragung von Influenza-A-Viren besser zu verstehen. Die Rolle des RIFS ist die Durchführung und Auswertung der persönlichen Umweltexpositionsmessungen sowie deren Einordnung in den One-Health-Kontext.


