Forschungsinstitut für
Nachhaltigkeit | am GFZ

Adaptive multimodale Systeme zur Koordinations- und Entscheidungsunterstützung in der inter- und intrakommunalen Klimafolgenanpassung (VeloCityAdapt)

Dauer

bis

Klimaanpassung passiert nicht im Lehrbuch, sondern unter realem Druck: Verwaltungen müssen Maßnahmen gegen Hitze, Starkregen oder Hochwasser planen – während Daten zusammengetragen werden müssen, komplexe Abstimmungen nötig sind und Fachkräfte fehlen. Genau hier setzt das BMFTR-Flagship-Programm „Planungsbeschleunigung für die Klimaanpassung mit Urbanen Digitalen Zwillingen“ an: Es soll Lösungen entwickeln, die belastbare Entscheidungen ermöglichen und Planungsprozesse fundierter und schneller machen.

Im Projekt „VeloCityAdapt – Adaptive multimodale Systeme zur Koordinations- und Entscheidungsunterstützung in der inter- und intrakommunalen Klimafolgenanpassung“ werden dafür Werkzeuge entwickelt, die kommunale Teams in der Koordination, Entscheidungsvorbereitung und Beteiligung unterstützen – innerhalb einer Kommune ebenso wie zwischen mehreren Kommunen.

Welche konkreten Herausforderungen adressiert VeloCityAdapt?

VeloCityAdapt setzt bei drei zentralen Hemmnissen an:

  • Ressourcenmangel: besonders im Bereich Geoinformatik fehlen qualifizierte Fachkräfte
  • Komplexe Abstimmungen: Die Koordination zwischen verschiedenen Kommunen und die Zusammenarbeit vieler Fachabteilungen ist aufwändig und führt zu Verzögerungen.
  • Eigenvorsorge: Betroffenheit, mögliche Maßnahmen und Förderwege sind oft zu wenig bekannt und werden deshalb nicht genutzt.

Hinzu kommen Implementierungs- und Schulungskosten, die gerade kleinere oder ländliche Kommunen ausbremsen.

So löst VeloCityAdapt die Herausforderungen in der Praxis

Um den Ressourcenmangel abzufedern, entwickelt VeloCityAdapt Werkzeuge, die sich leicht bedienen und in bestehende Abläufe einpassen lassen – damit Kommunen auch ohne große Spezialteams belastbare Analysen und Variantenvergleiche durchführen können. Statt auf komplexe Abstimmungen setzt das Projekt auf einen gemeinsamen, digitalen Arbeitsstand: Planungsstände, Annahmen und Auswirkungen von Maßnahmen werden transparent zusammengeführt, sodass Fachämter, Nachbarkommunen und weitere Beteiligte schneller zu einem abgestimmten Bild kommen. Für mehr Akzeptanz und Eigenvorsorge werden Maßnahmen und ihre Effekte anschaulich visualisiert und verständlich kommuniziert, damit Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Akteure nachvollziehen können, was geplant ist, welche Alternativen es gibt und welche Vorteileund Zielkonflikte damit verbunden sind. Gleichzeitig achtet VeloCityAdapt darauf, dass Lösungen übertragbar und wirtschaftlich umsetzbar sind – mit modularen Bausteinen, die Schritt für Schritt eingeführt werden können und so Einführungs-, Schulungs- und Betriebskosten begrenzen.

Was im Projekt entsteht

VeloCityAdapt entwickelt eine sozio-technische Infrastruktur, die kommunale Planungsprozesse praxistauglich unterstützt, unter anderem durch leicht bedienbare Anwendungen, die auch ohne tiefgehende IT-Kenntnisse genutzt werden können, und durch anschauliche 3D-Darstellungen von Planungsvarianten, die Verständigung und Beteiligung erleichtern.

Damit sollen Abstimmungen schneller werden, die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen einfacher funktionieren und Bürgerinnen und Bürger besser nachvollziehen können, welche Maßnahmen warum sinnvoll sind.

Rolle des RIFS in VeloCityAdapt: Reallabor- und Beteiligungsforschung, Formate entwickeln, Wirkung prüfen

Im Projekt VeloCityAdapt bringt das RIFS seine Expertise in Governance-Analyse sowie Partizipations- und Transformationsforschung ein – mit dem Ziel, dass technische Lösungen im kommunalen Alltag tatsächlich funktionieren und akzeptiert werden. Das RIFS sammelt internationale Best Practices zu Beteiligungsansätzen und wertet diese systematisch aus, analysiert lokale Planungs- und Beteiligungskontexte in Bad Berleburg und Hagen (Akteursnetzwerkanalysen) und bindet Akteursgruppen über Interviews, Workshops und Fokusgruppen aktiv ein.

Zudem verantwortet das RIFS die Entwicklung und Durchführung interaktiver Kollaborationsformate, in denen die gemeinsam erarbeiteten Planungsvarianten mit Akteuren aus Verwaltung und Stadtgesellschaft erprobt und iterativ verbessert werden – flankiert durch Beiträge zur verantwortungsvollen Umsetzung (ethische, rechtliche und soziale Aspekte).

Gehört zur Forschungsgruppe

Team

Dr. Jörg Radtke

Projektleiter
Wissenschaftlicher Projektleiter

Prof. Dr. Doris Fuchs

Wissenschaftliche Direktorin
Wissenschaftliche Direktorin

Partners

Universität Siegen
52 NORTH SPATIAL INFORMATION RESEARCH GMBH (52N)
LandPlan OS GmbH
Zentrum für Digitale Entwicklung (ZDE)
Stadt Hagen
Stadt Bad Berleburg
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