Dare to Design for Disaster: Kooperatives Wirtschaften als Schlüsselprinzip resilienter Stadtentwicklung
Mit einer wachsenden Polykrise aus sich verschärfenden Klimafolgen, globalen und ökonomischen Verwerfungen sowie autoritären Griffen nach Macht könnte das notwendige Momentum zur Transformation und Anpassung in einem neuen, gemeinsamen Verständnis von Demokratie und Wirtschaft liegen – und im bewusst gestalteten Zusammenspiel von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren – getragen von der Einsicht, dass Suffizienz und Postwachstum nicht Verzicht bedeuten, sondern die Voraussetzung für eine Wirtschaftsweise sind, die soziale Grundversorgung und ökologische Grenzen gleichermaßen ernst nimmt. Die Dringlichkeit dabei ist groß: Infrastrukturen der Resilienz – der Nahversorgung, der Kreislaufwirtschaft, der sozialen Grundversorgung und der Klimaanpassung – müssen angesichts sich beschleunigender Krisen nicht nur entstehen, sondern in die Fläche getragen und in dauerhaften rechtlichen und administrativen Grundlagen verankert werden. Kooperatives Wirtschaften und Netzwerken können beim Aufbau und der Verankerung dieser Infrastrukturen entscheidende Elemente sein – weil sie Bedarfe, Kapazitäten und Entscheidungskompetenzen dort bündeln, wo Infrastruktur tatsächlich gebraucht wird: im Quartier, in der Stadt, in der Region. Anhand anschaulicher Beispiele aus Frankreich und ausgesuchter Ansätze in Deutschland arbeiten die Autor:innen wiederkehrende Faktoren kooperativen Wirtschaftens und kooperativer Multistakeholder-Arrangements heraus, die effektiv zu resilienter Stadtentwicklung beitragen – und sie fragen, welche institutionellen Rahmenbedingungen Erfolge möglich machen und in die Fläche tragen. Sie schließen mit passenden Empfehlungen für den deutschsprachigen Raum.
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Zitation
Mieulet, C., & Jerchel, P. (2026). Dare to Design for Disaster: Kooperatives Wirtschaften als Schlüsselprinzip resilienter Stadtentwicklung. RIFS Discussion Paper, Mai 2026.