Headline: Buen Vivir and Beyond

Bücher, die dem Leser zu „mehr Glück“ oder „einem besseren Leben“ verhelfen wollen, haben bei uns Konjunktur: In Zeiten von Finanzkrisen, Klimakatastrophen und zunehmendem Konsum auf der einen Seite, aber zugleich wachsender Armut auf der anderen Seite, steigt der Bedarf nach alternativen Lebenskonzepten jenseits von “höher, schneller, weiter“.

Die lateinamerikanische Idee des „Buen Vivir“, also des „Guten Lebens“, die auf  Wertevorstellungen und der Philosophie der indigenen Kulturen der Andenländer zurückgeht, bietet so ein alternatives Entwicklungskonzept und stellt das westliche Denken grundlegend in Frage. Während die in der US-Verfassung festgeschriebene Idee des „Pursuit of Happiness“ vor allem das Wohl des Einzelnen in den Vordergrund rückt, fokussiert „Buen Vivir“  nicht das individuelle Glück und gute Leben, sondern vielmehr das sozialen Miteinander und ein Leben im Einklang mit der Natur. Seit 2008 ist „Buen Vivir“ sogar offizieller Bestandteil der Verfassung Ecuadors, auch Bolivien hat das Konzept in seinem Grundgesetz verankert. Neben dem Wohlergehen der Menschen findet damit auch die Natur als Rechtssubjekt Eingang in die Verfassung.

Doch was bedeutet das „Gute Leben“ hier konkret? Wie wird das Konzept in den Andenländern umgesetzt und können die festgeschriebenen Ziele und Rechte überhaupt garantiert werden? Inwieweit könnte ein solches Konzept auch in Europa Zustimmung  finden? Welche Voraussetzungen müssten für die Einführung des Konzeptes geschaffen werden?

Gemeinsam mit Dr. Ana Agostino, Postentwicklungstheoretikerin und ehemalige Mitarbeiterin von UNEP und ICAE (Internation Council for Adult Education in Uruguay) werden Teilnehmer aus Politik und Wissenschaft diese und weitere Fragen im Rahmen des Workshops „Buen Vivir and Beyond“, der am 16.07.2013 am IASS Potsdam stattfindet, diskutieren.

Teilnehmer

  • S.E. Alberto Antonio Guani Amarilla (Botschafter von Uruguay)
  • Fernando Lugris (Botschaft von Uruguay)
  • Gabriel Esquiera (Botschaft von Uruguay)
  • S.E. Jorge Jurado (Botschafter von Ecuador)
  • Heike Löschmann (Heinrich-Böll-Stiftung)
  • Ingrid Spiller (Heinrich-Böll-Stiftung)
  • Prof. Dr. Sergio Costa (Lateinamerika-Institut LAI, Berlin)
  • Prof. Dr. Robert Kappel (GIGA German Institute of Global and Area Studies, Hamburg)
  • Dr. Stefan Cramer (Direktor der Afrikagruppe für “Brot für die Welt”)
  • Prof. Dr. Klaus Töpfer (Exekutivdirektor des IASS Potsdam)
  • Dr. Philipp Lepenies (Teamleiter des Projekts „Cultures of Economics – Cultures of Sustainability“, IASS Potsdam)
  • Dr. des. Franziska Dübgen (Fellow, IASS Potsdam)
  • Manuel Riviera (Research Associate, IASS Potsdam)
  • Moritz Remig (Research Associate, IASS Potsdam)
  • Anna Barbara Sum (Junior Fellow, IASS Potsdam)


Hinweise zur Veranstaltung

Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung, die nur in englischer Sprache stattfindet. Es gelten die Chatham House Rules.


Anmeldung

Bitte beachten Sie, dass eine Anmeldung unter media@iass-potsdam.de notwendig ist und lassen Sie uns wissen, falls Sie Interviews wünschen.