Forschungsinstitut für
Nachhaltigkeit | am GFZ

Leitfaden zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung in Europa

04.05.2026

Im „Zero Pollution“-Aktionsplan hat die EU eine Vision dargelegt: die Schaffung einer schadstofffreien Umwelt bis 2030 und eines gesunden Planeten für alle bis 2050. Zentrale Handlungsfelder sind Luft, Gewässer und Böden. Zur Unterstützung der politischen Anstrengungen hat ein vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) am GFZ koordiniertes Forschungsteam einen Leitfaden für die Reduktion und Vermeidung der Verschmutzung der europäischen Meere bis 2030 erarbeitet.

In ihrem "Zero Pollution"-Aktionsplan hat die EU ihre Vision festgelegt, bis 2030 eine schadstofffreie Umwelt zu erreichen.
In ihrem "Zero Pollution"-Aktionsplan hat die EU ihre Vision festgelegt, bis 2030 eine schadstofffreie Umwelt zu erreichen.

Der „Zero Pollution“-Aktionsplan ist ein Bestandteil des 2019 verabschiedeten europäischen Green Deals, der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie der EU. 2025 verstärkte die EU ihr Engagement und verabschiedete den Europäischen Pakt für die Meere. Die Herausforderungen sind erheblich, denn Meeresverschmutzung ist nach wie vor weit verbreitet und die Konzentrationen einzelner Schadstoffe überschreiten oft die festgelegten Grenzwerte.

Bekämpfung der Verschmutzung – von der Quelle bis zum Meer

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projektes „Source to Seas – Zero Pollution 2030“ (SOS-ZEROPOL2030) haben einen „Strategic Zero Pollution Framework“ („Strategischer Rahmen für ‚Null-Verschmutzung‘“) erarbeitet, der als Leitfaden für Maßnahmen in den europäischen Meeren bis 2030 dienen soll. Der Rahmen richtet sich an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in der EU, Industrievertreterinnen und Interessenvertreter sowie Akteure der Zivilgesellschaft. Er skizziert die zentralen Ziele und Maßnahmen, die notwendig sind, um die Verschmutzung der europäischen Meere zu reduzieren und wo möglich zu vermeiden.

Die Empfehlungen der Forschenden konzentrieren sich auf vier Arten der Verschmutzung: Nährstoffe, gefährliche Stoffe, Mikroplastik und Unterwasserlärm. Die Einträge lassen sich nur schwer einzelnen Aktivitäten zuordnen, denn sie stammen aus vielfältigen Sektoren, darunter der Schifffahrt, Landwirtschaft und Industrie. Für ihre Regulierung braucht es, so die Forschenden, einen umfassenden „Source-to-Sea“-Ansatz („von der Quelle bis zum Meer“), der die Komplexität der vier vorrangigen Schadstoffgruppen mit ihren unterschiedlichen Quellen, Eigenschaften, Auswirkungen und Wegen berücksichtigt. Er hilft bei der zielgerichteten Gestaltung von Politikmaßnahmen und Ansprache von Akteuren.

Zahlreiche Interessengruppen beteiligt

Die im Strategischen Rahmen vorgeschlagenen Ziele, Vorgaben, Maßnahmen und groben Zeitpläne wurden in einem umfassenden Prozess unter Beteiligung zahlreicher Interessensgruppen erarbeitet. Das Reallabor „Zero Pollution Parliament“, das im November 2025 in Brüssel stattfand, sowie frühere „Regional Seas Living Labs“ waren dabei richtungsweisend. Die Einbindung verschiedener Akteure steht auch im Mittelpunkt der Empfehlungen. Diese zielen auf eine Verbesserung der Datenerhebung und -analyse, auf Maßnahmen zur Verringerung, Vermeidung, Eindämmung und Überwachung der Meeresverschmutzung sowie auf Ziele des Meeresverschmutzungsmanagements ab.

Zwar hat die EU die Vermeidung und Verringerung von Meeresverschmutzung ganz oben auf ihre Umweltagenda gesetzt, doch sind laut den Forschenden weitere koordinierte Maßnahmen erforderlich, um gesunde und produktive Meeresökosysteme zu gewährleisten. Sie schlagen deshalb entscheidende Bausteine vor, um Fortschritte bei der festgelegten Vision der Schadstofffreiheit zu erzielen, und bieten Leitlinien für nächste Schritte zur Verwirklichung dieser Vision für die vier vorrangigen Arten der Verschmutzung.

Boteler, B., Del Savio, L., Vlachogianni, T., Kopke, K., Devriese, L., & Ruhl, R.(2026). SOS-Zeropol2030: Deliverable D5.1 Strategic Zero Pollution Framework. https://publications.rifs-potsdam.de/pubman/item/item_6005335

Kontakt

Ben Boteler

Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter
ben [dot] boteler [at] rifs-potsdam [dot] de

Linda Del Savio

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
linda [dot] del [dot] savio [at] rifs-potsdam [dot] de

Dr. Bianca Schröder

Referentin Presse und Kommunikation
bianca [dot] schroeder [at] rifs-potsdam [dot] de
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